Krebskiller aus dem Meer

Freitag, 25. Mai 2018, 09:26 Uhr
Gelbes Gewächs auf dem Meeresboden.

Aeroplysinin-1, ein Wirkstoff aus dem „Goldschwamm“ Aplysina aerophoba, konnte im Labor erstmalig als potentieller Wirkstoff gegen bösartige Phäochromozytom-Tumore und entsprechende Metastasen im Nebennierenmark identifiziert werden. Wie die Forscher in der Fachpublikation „Marine Drugs“ schreiben, gibt es für diese vergleichsweise häufig auftretende Erkrankungen bisher keine ausreichende Therapie.

Prof. Dr. Hermann Ehrlich, Leiter der Forschungsgruppe „Biomineralogy and Extreme Biomimetics“ am Institut für Experimentelle Physik, und die von ihm initiierte Ausgründung „BromMarin GmbH“ aus Freiberg haben sich auf Wirkstoffe und Biomaterialien aus Meeresschwämmen spezialisiert. Erste Forschungsergebnisse und Produkte führten zu einer Zusammenarbeit mit dem Team um Prof. Dr. Bornstein, Direktor am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Diese fachübergreifende Kooperation hat sich dem Kampf gegen Krebs verschrieben.

TU-Professor Hermann Ehrlich sagt dazu: „Das Forscherteam möchte auf diesen Ergebnissen aufbauen und die Wirkungsweise des Schwammwirkstoffs im lebenden Organismus studieren. Ziel ist es, nicht nur aus dem gezüchteten Schwamm Wirkstoffe zu extrahieren und krebsbekämpfende Medikamente zu entwickeln, sondern sämtliche Meeresschwämme hinsichtlich ihrer Heilungskraft zu kultivieren und die sächsische Life Science um ‚blaue Biotechnologie‘ zu ergänzen.“ Die Planung und die Suche nach weiterer Finanzierung einer Folgestudie haben bereits begonnen.

Die Namensgebung der „Blauen Biotechnologie“ leitet sich von der Farbe des Meeres ab, dessen biologische Organismen Gegenstand dieser Disziplin sind. Die Erforschung der Artenvielfalt der Meere könnte es ermöglichen, neue Arzneimittel oder industriell verwertbare Enzyme zu entdecken. Langfristig dürfte der Industriezweig hochqualifizierte Arbeitsplätze und große Chancen in den nachgelagerten Bereichen schaffen.

Weitere Informationen

• zum Fachartikel in „marine drugs“ vom 20. Mai 2018:
  http://www.mdpi.com/1660-3397/16/5/172

• zur TU-Forschungsgruppe: 
  http://tu-freiberg.de/exphys/biomineralogy-and-extreme-biomimetics

• zum Startup „BromMarin GmbH“: http://brommarin.com/


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