Deshalb ist der Messstellenbetrieb von hoher strategischer Bedeutung

Donnerstag, 16. August 2018, 10:13 Uhr

Erneut soll Wechselstimmung aufkommen. Schließlich steht der Wettbewerb ins Haus – diesmal im Messstellenbetrieb. Daher stehen Stadtwerke nun vor der Entscheidung, ob und wie sie sich als wettbewerbliche Messstellenbetreiber (wMSB) im Markt positionieren und Mehrwerte für die Endkunden anbieten wollen.

Zunächst einmal muss ein Messstellenbetreiber Standardleistungen erfüllen – die Pflichtaufgabe beim Rollout von intelligenten Messystemen. Warum sollten Kunden dann also wechseln? Zumal sich die grundsätzliche Wechselwilligkeit von Kunden in Grenzen hält. So zeigt der Monitoringbericht 2017 der Bundesnetzagentur auf, dass im Jahr 2016 noch 71,5 Prozent der Kunden durch ihren Grundversorger mit Strom beliefert wurden. 30,5 Prozent der Stromkunden sogar noch in der Grundversorgung. Das heißt, 20 Jahre nach Einführung der Liberalisierung haben nicht einmal 30 Prozent der Kunden den Anbieter gewechselt.

Messstellenbetrieb als Türöffner für Mehrwertdienste

Wettbewerblicher Messstellenbetrieb ist eine Marktrolle, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Er ist Teil der Wertschöpfung der kundenzentrierten Energiedienstleistung der Zukunft. Somit stellt er für sich genommen erst einmal kein Produkt oder nachhaltiges Geschäftsmodell dar. Aber, der Messstellenbetrieb ist ein Türöffner zum Kunden und ermöglicht die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells. Um die Mehrwertdienste zu identifizieren, gilt es, die Datenkommunikationspfade sowie die Wertschöpfung genauer zu betrachten und sich zudem über die Zielgruppen bewusst zu werden.

Langfristiger Erfolg mit innovativen Energiedienstleistungen

Die Datenkommunikation erfährt durch die intelligenten Messsysteme eine entscheidende Veränderung. Die zuvor lineare Kettenkommunikation über den Verteilnetzbetreiber an die berechtigten Marktteilnehmer bricht auf und weicht einer sternförmigen Datenkommunikation direkt aus dem Gateway an alle Berechtigten. Zumindest ist dies geplant. Wie eine Spinne in ihrem Netz hält der Messstellenbetreiber, verantwortlich für den Gatewayadministrator, die Fäden in der Hand. Am anderen Ende des jeweiligen Fadens sitzen allerdings nicht Endkunden, sondern die Anbieter von Energie- bzw. energienahen Dienstleistungen. Das ist die neue Zielgruppe, die der Messstellenbetreiber mit der Bereitstellung von Infrastruktur als Kunden gewinnt.

Die Hoheit über die Messstelle ist ein strategischer Wettbewerbsvorteil

An der strategisch wichtigen Datendrehscheibe der Energiewirtschaft positioniert verfügen Messstellenbetreiber über einen enormen Wettbewerbsvorteil. Denn kein iMSys-basierter Mehrwertdienst lässt sich ohne die zentrale Dienstleistung des Messstellentreibers realisieren. Das ist die ideale Basis, um selbst und mit Partnern Mehrwertdienste zu entwickeln und zu vermarkten. Messstellenbetreiber wandeln sich damit vom analogen Geräteverwalter zum IT-, Kommunikations- und Mehrwertdienstleister.

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