Fünf Erfolge auf dem Weg zur Elektromobilität

Donnerstag, 27. August 2020, 14:23 Uhr

Es ist noch viel zu tun, bevor Elektroautos die Norm werden. Dennoch hat die Branche bereits viele Erfolge erzielt. An dieser Stelle wollen wir einen Blick auf fünf bedeutende Momente werfen, die den Weg für die Elektromobilität geebnet haben.

Die ersten Elektroautos

Elektroautos sind keine moderne Erfindung. Tatsächlich haben Wissenschaftler, Ingenieure und Erfinder bereits im 19. Jahrhundert die Nutzung von Elektrizität zum Antrieb von Fahrzeugen erforscht. Es ist jedoch nahezu unmöglich, das erste Elektroauto auf eine einzelne Person zurückzuführen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass eine Reihe von Durchbrüchen die ersten elektrisch betriebenen Autos auf die Straße brachte.

Der ungarische Erfinder Ányos Jedlik schuf 1828 einen Elektromotor, der einen kleinen Modellwagen antreiben konnte. In Großbritannien geht das erste Elektroauto auf die Zeit zwischen 1832–1839 zurück, als Robert Anderson einen einfachen elektrischen Wagen baute, der mit nicht erneut ladbaren Batterien angetrieben wurde. In den Niederlanden und den USA wurden etwa zur gleichen Zeit elektrische Kutschen erfunden.

Eine wegweisende Batterie

Die vielleicht bedeutendste Erfindung auf dem Weg zum Elektroauto ist dem französischen Physiker Gaston Planté zuzuschreiben, der 1859 den Bleiakkumulator weiterentwickelte. Plantés Erfindung war die erste wiederaufladbare elektrische Batterie, die für den kommerziellen Gebrauch vermarktet wurde, und so die Entwicklung des Elektroantriebs ermöglichte.

Die meisten modernen Elektroautos werden mit einer Lithium-Ionen-Batterie betrieben. Diese bietet eine vergleichsweise höhere Energiedichte als andere Batterietypen, so dass sie bei gleicher Speicherkapazität kleiner ist. Doch auch Bleiakkumulatoren werden auch heute noch in Elektroautos sowie auch in Autos mit Verbrennungsmotoren eingesetzt, da die Zellen ein relativ großes Leistungsgewicht und niedrige Produktionskosten haben.

Effektive Ladeinfrastruktur

Die Einführung von Elektroautos hat erst in den letzten zehn Jahren so richtig Fahrt aufgenommen. Die Zahl elektronisch betriebener PKW hat im Jahr 2018 weltweit die Fünf-Millionen-Marke überschritten. Das führte auch zu einem Ausbau der Ladestationen. Ende 2018 gab es global etwa 5,2 Millionen Ladestationen, was einer Steigerung von 44% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Private Ladestationen machten über 90% der 1,6 Millionen Neuinstallationen aus.

Aber auch die öffentliche Ladeinfrastruktur entwickelt sich. So gibt es beispielsweise im US-Bundesstaat Maryland die erste Tankstelle des Landes, die vollständig von Benzin und Diesel auf Strom umgestellt hat. Weltweit ist die Entwicklung einer angemessenen Ladeinfrastruktur für fast jedes Land eine Priorität. China beispielsweise hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 4,3 Millionen private und 500.000 öffentliche Ladestationen zu installieren und Frankreich plant, bis 2025 sieben Millionen Ladestationen errichtet zu haben. Während die meisten Elektroautofahrer sich früher privat um das Aufladen ihres Autos kümmern mussten, wird nun eine flächendeckende Infrastruktur entwickelt, die auch den Arbeitsplatz und diverse andere öffentliche Orte abdecken soll.

Das Ende des Verbrennungsmotors

Weltweit haben bereits fast 40 Länder und Städte Pläne angekündigt, den Verkauf und die Nutzung in Städten von PKW mit Verbrennungsmotoren innerhalb der nächsten 30 Jahre zu verbieten. Dazu gehören China und Japan, zwei der drei größten Automärkte der Welt, sowie Orte auf fast allen Kontinenten. Das Verbot von Verbrennern ist auch eine Priorität der EU, die hofft, bald eine gemeinsame Position zum Ausstieg aus der Verbrennungstechnologie bis 2040 zu vereinbaren.

Die Gründe für ein Verbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren sind vielfältig. Einerseits sollen nationale und internationale Klimaziele und Vereinbarungen zur Reduzierung von CO2 wie das Pariser Abkommen eingehalten werden. Andererseits sollen eine größere Energieunabhängigkeit erzielt oder mit schlechter Luftqualität verbundene Gesundheitsrisiken minimiert werden. Die Ankündigungen sind vielfältig, allerdings gibt es bisher noch kaum offizielle Gesetzgebung. Es ist davon auszugehen, dass entsprechende Regelungen erst dann verabschiedet werden, wenn der Durchschnittspreis eines Elektroautos unter den von Benzin- oder Dieselfahrzeugen fällt. Experten rechnen damit, dass dies in fünf Jahren der Fall sein wird.

Elektrifizierung anderer Verkehrsmittel

Elektroautos sind die bekannteste und am weitesten verbreitete Form des elektrischen Transports, aber auch andere Bereiche werden zunehmend elektrifiziert. London besitzt die größte Flotte von Elektrobussen in Europa. Im Jahr 2019 wurden zwei Buslinien in der Stadt ausschließlich elektrisch betrieben. Im selben Jahr wurde in Dänemark die weltweit leistungsstärkste elektrische Fähre in Betrieb genommen. Unterstützt durch die europäische Initiative Horizon 2020 ist die Ellen E-Fähre der Beweis dafür, dass energieeffizienter, emissionsfreier Schiffsverkehr für Inselgemeinden, Küstengebiete und Binnenwasserstraßen in Europa und darüber hinaus möglich ist. Auch in Deutschlands Städten fahren immer mehr elektrische Busse sowie der erste Personenzug weltweit, der mit einer Batterie in Kombination mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben wird.

Die Luft- und Schifffahrtsindustrie sowie der Schwerlasttransport können sich bei der Elektrifizierung an den Erfolgen der Elektroautos orientieren und auf bereits bewährte Verfahren zurückgreifen. Doch um die Elektrifizierung von Kleinflugzeugen sowie langen LKW-Strecken und Schifffahrten mittel- bis langfristig attraktiver zu machen, muss die Batteriezellentechnologie der Europäischen Kommission zufolge weitere Durchbrüche erzielen und eine 3–5 mal höhere Energiedichte erreichen.

Laden Sie jetzt „Reimagine Energy – die Elektromobilitätsausgabe“ herunter und erhalten Sie kostenlosen Zugang zu folgenden Inhalten.

„Reimagine Energy – die Elektromobilitätsausgabe“

Artikel zu Trends:
In der Elektromobilität
Zum Smart-Meter-Rollout

Interviews:
Elmar Möller über Pläne, Hürden, Bedenken und Vorteile des Markteinstiegs
Michael Lehmann von MITNETZ Strom über flexible Netztarife und die Chancen und Herausforderungen der Elektromobilität für die regionale Netzführung
Hans Krüger, Director Products bei Kiwigrid, über den Smart-Meter-Rollout in Deutschland und das Potenzial von Mehrwertdiensten

Kiwigrid entwickelt Software- und IoT-Lösungen für Erneuerbare Energien und E-Mobilität.

The post Fünf Erfolge auf dem Weg zur Elektromobilität appeared first on Kiwigrid.


Kiwigrid GmbH

Was Kiwigrid von seinen Wettbewerbern unterscheidet, ist, dass es nicht nur ein Konzept für das Internet der Dinge verkauft. Kiwigrid bietet branchenübergreifende Wertschöpfung und versteht sich als eine offene Plattform für die Zukunft von Energie und E-Mobilität. Die Kunden von Kiwigrid nutzen die Plattform aus den verschiedensten Gründen, je nachdem, wo sie heute stehen, in welcher Branche sie tätig sind und was sie anbieten wollen. Die Plattform kann ihnen helfen, sich für neue Märkte zu öffnen, ihr Angebot zu diversifizieren und branchenübergreifende Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dafür stellt Kiwigrid ihnen wegweisende Technologien und Dienstleistungen zur Verfügung, die die Energieeffizienz steigern, die Nutzung erneuerbarer Energien optimieren, den Weg für Elektrofahrzeuge ebnen und Stromnetze stabilisieren.