Der Product Owner: das Gehirn des Scrum Frameworks! 3/3

Freitag, 14. Juli 2017, 11:32 Uhr

Im dritten und letzten Teil der Product Owner Blogserie ist es mir ein Anliegen auf das Rollen- bzw. Berufsbild des Product Owners einzugehen. Hierbei ist es mir wichtig, dass Mythen ausgemerzt werden.

left and right brain functions

Projektmanager & Product Owner oder Scrum Master & Product Owner, geht das?

Aus der Sicht des Lehrbuchs müsste ich auf Grund des Rollenverständnisses ein klares NEIN aussprechen. Aber da wir in der Praxis nicht Lehrbücher zitieren, sondern Produkte mit dem Scrum Framework realisieren, würde ich es von einigen Faktoren abhängig machen. Der Projektmanager hat, wenn er inhaltlich nicht im Projekt involviert ist, je nach Größe in der Regel ungefähr eine Auslastung von 15-30%. Dabei spreche ich lediglich von den koordinativen Tätigkeiten und im Projektstrukturplan von seinen rollenspezifischen Arbeitspaketen.

Wenn der Projektmanager aber auch gleichzeitig in der Firmenstruktur Produktverantwortlicher für das zu entwickelnde Produkt ist, dann sehe ich es durchaus möglich, dass er die restlichen 70% der Zeit als Product Owner eingesetzt werden kann. Der Vorteil dabei ist, dass der Projektmanager Hoheit über das Budget und den Zeitrahmen hat, und sich hierbei auch um die Lieferobjekte inhaltlich kümmern kann.

Ein weiterer Pluspunkt wäre natürlich, dass der Projektmanager den Überblick auch über das restliche Projekt hat, wie Abhängigkeiten zu anderen Streams (Projektumwelt) wie z.B. rechtliche Themen. So einer Kombination bin ich von Grund aus nicht abgeneigt. Es muss dem Projektmanager und Product Owner jedoch klar sein, dass die Tätigkeit in Kombination sehr stressig werden kann. Diesem Problem kann jedoch der Scrum Master entgegensteuern und in den Retrospektiven ans Tageslicht bringen. Ich lasse diese Aussage jetzt einmal im Raum stehen, da die Retrospektiven einen eigenen Blogbeitrag benötigen würden und sicherlich auch verdienen.

Gehen wir jedoch zur anderen Kombination über: Kann ein Scrum Master auch die Rolle des Product Owners übernehmen? Auch wenn ich es selbst schon öfters erlebt und teilweise aus der Not und dem Produkt zur Liebe gemacht habe, weiß ich, dass es langfristig nicht erfolgreich sein kann.

Ein erfahrener Scrum Master ist natürlich in der Lage auch User Stories zu schreiben, jedoch ist es für das Team und für das Produkt noch wichtiger, dass diese Rollen getrennt besetzt werden (der Product Owner ist fachlich-inhaltlich der Know-how-Träger). Ein Scrum Master kann natürlich den Product Owner unterstützen oder punktuell bei Urlauben oder Krankenstände vertreten. Solange der Backlog voll genug und die Stories schon vorher estimiert wurden, ist dies temporär in Ordnung. Nur auf Grund eines Ressourcenengpasses sollte dies aber nicht permanent passieren. Generell ist es jedoch so, dass die Rollen im klar definierten Scrum Framework getrennt voneinander gesehen werden. Dies hat auch einen Sinn. Die Rollen können sich auf ihre Aufgabengebiete fokussieren, damit das Team performant arbeiten kann.

 

Product Owner ist ein Beruf

Mit diesem Absatz endet jetzt meine dreiteilige Blogserie. Jetzt habe ich etliche Aufgabengebiete und die Wichtigkeit des Product Owners, hoffentlich verständlich und plakativ, dargestellt. Zusammengefasst muss eines klarwerden: Product Owner ist ein Beruf, genauso wie Scrum Master. Es ist eine extrem verantwortungsvolle Aufgabe. Mit ihr steht und fällt ein Scrum Projekt, ein Produktentwicklungsprojekt. Gibt es keinen Product Owner, gibt es kein Scrum Team.

Metaphorisch gesprochen ist der Product Owner das Hirn im Körper, fällt es aus, geht gar nichts mehr. Der Scrum Master ist das Herz, der das System am Laufen hält. Die Scrum Team Mitglieder sind essentielle Organe, die dem Körper die Funktionen ermöglichen, die ihn ausmachen. Anhand dieses Beispiels soll dargestellt werden, dass diese Rolle Akzeptanz finden muss. Der Product Owner muss Zeit bekommen, um die Anforderungen laufend zu erstellen, zu priorisieren, anzupassen und abzunehmen, damit die Qualität des Produkts gewährleistet ist sowie die Kundenzufriedenheit hochgehalten werden kann. Ohne Product Owner gibt es kein Scrum Framework, das wirklich funktioniert und somit die Qualität verbessert.

 

Blogreihe:

Der Product Owner: das Gehirn des Scrum Frameworks! 1/3 – Rolle
Der Product Owner: das Gehirn des Scrum Frameworks! 2/3 – User Stories
Der Product Owner: das Gehirn des Scrum Frameworks! 3/3 – Berufsbild

 

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