Road to Success 1/2: Umgebungsmanagement in der Cloud – aber wie?

Dienstag, 19. September 2017, 07:00 Uhr

Wenn alles läuft kräht kein Hahn danach, aber sobald es Probleme gibt ist schnell Feuer am Dach und man wünscht sich ein funktionierendes Umgebungsmanagement mehr als alles andere. Gerade in agilen Projekten mit kurzen Lieferzyklen, in Zeiten von Multichannel, IoT und hohem Grad an Automatisierung, sind stabile Umgebungen ein relevanter Erfolgsfaktor. Leider erlebe ich in meiner Arbeit immer wieder, wie schwer sich Organisationen damit tun, ein funktionierendes Umgebungsmanagement zum Leben zu erwecken – besonders im agilen Wandel. Meine „Road to Success“ soll dem ein bisschen Abhilfe schaffen und die Cloud kann hier einen wertvollen Anteil leisten.

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Worum geht es?

Wenn in diesem Artikel von Umgebungsmanagement die Rede ist, meine ich damit vorrangig die Betreuung aller Umgebungen die der Produktivumgebung vorgelagert sind. Das sind in den meisten Fällen zumindest die folgenden:

  • Entwicklung
  • Test
  • Systemintegration

Oft gibt es noch weitere Umgebungen wie Schulung, Hotfix oder speziell nachgestellte Kunden- oder Projektumgebungen. Explizit ausnehmen möchte ich die Produktivumgebung deswegen, weil dafür sehr oft andere Regeln gelten. Downtimes sind kritischer, Rollbacks gilt es zu vermeiden, Securityanforderungen sind schärfer – all diese Gegebenheiten machen die Produktivumgebung zu einer eigenen Welt.

 

Worum geht es nicht?

IT-Projekte und die dafür benötigten Umgebungen sowie die Organisationen in denen sie eingesetzt werden sind so unterschiedlich, wie die dafür verwendeten Technologien und Vorgehensweisen selbst. Ich möchte deswegen ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass der im folgenden vorgeschlagene Ansatz KEIN allgemein gültiges Erfolgsrezept oder DAS perfekte Vorgehen darstellt. Vielmehr sollen Sie ein paar Ideen bekommen, was grundsätzlich zu beachten ist.

Ich denke, ein Grund warum Umgebungsprojekte/Konzepte sehr oft scheitern ist eben genau das – es gibt kein „Schema F“ welches in jeder Situation funktioniert. Es gibt dafür kein Standardframework und keinen zertifizierten Kurs, keinen Berater der alle Situationen kennt. Stattdessen muss man sich als Organisation bzw. als Team ganz genau und kritisch mit der Applikationslandschaft, den eingesetzten Technologien, den vorhandenen Ressourcen und vor allem auch dem Veränderungswillen der Beteiligten auseinandersetzen. Oft gibt es hier emotional geführte Diskussionen, Meinungsunterschiede oder widersprüchliche Vorgaben vom Management – im Folgenden daher ein paar Denkanstöße wie das Thema Umgebungsmanagement angegangen werden kann.

 

JETZT starten!

Wenn es im Team oder im Projekt bereits Probleme beim Umgebungsmanagement gibt oder diese absehbar sind, lautet meine Empfehlung ganz eindeutig: JETZT etwas verändern. Je länger die Probleme bestehen, desto fehlerbehafteter wird der Entwicklungs- und Releaseprozess und die Kosten steigen an, weil aufgrund vieler Umgebungs-Workarounds die Komplexität stetig zunimmt.

Ein weiterer Nachteil, vor allem im agilen Umfeld: Hat man endlich alle Teams soweit, im 2- bis 4- Wochen-Rhythmus zu arbeiten, hingegen ein noch recht unflexibles Umgebungsmanagement, verliert man all die Benefits des agilen Vorgehens (kürzere Time-to-Market, Early Feedback, etc.) noch bevor man davon profitiert hat. So gesehen sollte mein Tipp vielleicht sogar lauten: GESTERN starten!

 

Cloud oder nicht Cloud?

Für mich als „Digital Native“ stellt sich diese Frage eigentlich gar nicht, ich bin mit Cloudservices sozusagen digital aufgewachsen und auch im Studium und meiner bisherigen Berufslaufbahn habe ich gute Erfahrungen mit Cloudplattformen gemacht. Es gehört lediglich etwas Mut und eine gute Portion „Entdeckergeist“ dazu, um im Bereich Umgebungsmanagement mit der Cloud erste kleine Schritte zu machen und dabei sofort Erfolge verbuchen zu können.

Gerne möchte ich mit Ihnen meine Checkliste teilen, die über die Jahre gewachsen ist:

  1. Analyse der bestehenden Umgebungen/Systeme
  2. Entwicklung einer Bewertungsmatrix, welche Umgebungen/Systeme Cloud-tauglich sind
  3. Cloud-Service Anbieter evaluieren und auswählen
  4. Mit kleinen Schritten starten und einzelne Systeme als Pilot in die Cloud verfrachten
  5. Regelmäßige Feedbackrunden etablieren
  6. Aufbau von Provisioning- und Deploymentautomation

In Teil 2 der „Road to Success“ werde ich diese 6 Schritte genauer erläutern und hoffe Ihnen damit gute Startimpulse liefern zu können.

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