Wasser im Nachbergbau: Zentrum für Wasserforschung und Wismut GmbH intensivieren Zusammenarbeit

Montag, 13. Dezember 2021, 07:11 Uhr
Collage Landschaft nach dem Bergbau
Die TU Bergakademie Freiberg und die Wismut GmbH stellen sich den Herausforderungen des Sanierungsbergbaus und der Bergbaunachsorge und werden in Zukunft in Forschung und Entwicklung enger zusammenarbeiten.

Wie die Zusammenarbeit aussehen soll, darüber tauschten sich Fachleute beider Einrichtungen in einem ersten gemeinsamen Workshop in Freiberg aus.

Mit dem Abschied vom Steinkohlenbergbau im Jahr 2018 und dem beschlossenen Ende der Kohleverstromung bis 2038 bricht in vielen Bergbauregionen Deutschlands das Nachbergbauzeitalter an. Bereits seit 1991 saniert die bundeseigene Wismut GmbH die Hinterlassenschaften und Folgen des exzessiven Uranbergbaus aus der Zeit des Kalten Krieges in Sachsen und Thüringen. 30 Jahre Erfahrungen bei der Sanierung einer Bergbaualtlast singulären Ausmaßes hat die Wismut-Sanierung zu einem international bedeutsamen Referenzprojekt für zukunftsweisende Technologien bei der Sanierung radioaktiver Altlasten werden lassen.

Auch wenn die physischen Sanierungsarbeiten an Gruben, Halden, Schlammteichen und Betriebsflächen weitgehend abgeschlossen sind, gilt es, künftige Herausforderungen mit Blick auf die Nachsorge zu meistern. Nach wie vor bestehen signifikante und dauerhafte Schadstoffbelastungen der Flutungs- und Sickerwässer, die eine aktive Wasserbehandlung bis auf Weiteres unverzichtbar machen.

Kooperation erweitern

Bereits seit 2017 gibt es eine Kooperationsvereinbarung zwischen der TU Bergakademie Freiberg und der Wismut GmbH. Darüber hinaus wurden durch das Institut für Bergbau und Spezialtiefbau im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvertrages mit der Wismut GmbH von 2017 bis 2021 Forschungsarbeiten im Themenfeld Grubenwasserbeschaffenheit und Quelltermprognose in den Wismut-Gruben Schlema Alberoda und Ronneburg realisiert. In den letzten fünf Jahren wurden elf Qualifizierungsarbeiten von Studierenden unterschiedlicher Fachbereiche der Bergakademie durch die Wismut GmbH erfolgreich betreut und diverse studentische Fachexkursionen an Sanierungsstandorten realisiert.

Um diese Kooperation künftig auf ein breiteres Fundament zu stellen, initiierte das Zentrum für Wasserforschung Freiberg (ZeWaF) unter Leitung von Prof. Traugott Scheytt einen ersten Workshop an der TU Bergakademie Freiberg. Fachleute beider Einrichtungen erörterten darin zahlreiche Themen von der wissenschaftshistorischen Aufarbeitung der Umweltpolitik der früheren SAG/SDAG Wismut über die Entwicklung alternativer Verfahren zur Wasserbehandlung bis hin zur Automatisierung des Umwelt- und Prozessmonitorings. Weitere Handlungsfelder sind unter anderem die Verminderung der Grundwasserkontamination im Zuge der Flutung der Grube Königstein sowie die energetische Nutzung von Grubenwässern der Grube Schlema-Alberoda.

Darüber hinaus wurde die Rolle der Wismut GmbH in Forschungsprojekten sowie die Unterstützung der universitären Lehre thematisiert. Die erstklassige Forschungsinfrastruktur sowie die Ausbildung von potenziellen Nachwuchskräften an der TU Bergakademie einerseits und die langjährigen Praxiserfahrungen und einzigartigen Referenzstandorte der Wismut GmbH andererseits ermöglichen Synergieeffekte für beide Seiten.


TU Bergakademie Freiberg, Career Center

Aufgabe des Career Centers unter dem Dach der Graduierten- und Forschungsakademie ist es, Studierende und Absolventen aller Fachrichtungen dabei zu unterstützen, sich mit der Arbeitswelt und deren Anforderungen vertraut zu machen. Als zentrale Service-Einrichtung der TU Bergakademie Freiberg sind wir Ansprechpartner für Studierende und Absolventen, die sich auf ihren Berufseinstieg vorbereiten und für Arbeitgeber, die auf der Suche nach hochqualifizierten Nachwuchskräften sind.